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Weingut Holger Koch – Burgundische Pinots vom Kaiserstuhl

Weingut Holger Koch in Bickensohl am Kaiserstuhl: Spätburgunder, Grauburgunder & Weißburgunder im burgundischen Stil, Vulkanterrassen, Sterne. Steckbrief.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Kleines Familienweingut in Bickensohl am Kaiserstuhl, 2001 von Holger Koch und Gabriele Engesser als eigenständiger Betrieb gegründet.
  2. 2Rund 7,5 Hektar Terrassenlagen auf Löss über Vulkangestein in etwa 300 bis 380 Metern Höhe.
  3. 3Fokus auf Burgundersorten: Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder, ergänzt durch Chardonnay und Sauvignon Blanc.
  4. 4Burgundischer Ansatz: Spätburgunder-Reben direkt aus dem Burgund, Spontangärung, langes Hefelager, kaum Filtration.
  5. 5Eigene Qualitätspyramide von Kaiserstuhl Burgunder über Herrenstück-Lagenweine bis Großes Gewächs und Réserve – mit Sternen als Selektionsstufen.

Zusammenfassung

Das Weingut Holger Koch in Bickensohl am Kaiserstuhl ist ein kleines Familienweingut mit großem Ruf. Holger Koch und seine Frau Gabriele Engesser haben den Betrieb 2001 als eigenständiges Weingut gegründet, nachdem die Familie über Generationen Trauben an die örtliche Genossenschaft geliefert hatte. Auf rund 7,5 Hektar Terrassenlagen aus Löss über Vulkangestein entstehen fast ausschließlich Weine aus Burgundersorten – allen voran Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder. Der Stil ist konsequent burgundisch: Reben aus dem Burgund, spontane Gärung, langes Hefelager, wenig Technik. Innerhalb Badens gilt das Gut heute als eine der spannendsten Pinot-Adressen.

Geschichte

Die Familie Koch ist seit Generationen im Weinbau von Bickensohl verwurzelt. Lange Zeit war sie, wie viele Betriebe am Kaiserstuhl, Traubenlieferant der örtlichen Winzergenossenschaft – seit 1923, wie das Gut selbst angibt. Der Wandel begann Ende der 1990er-Jahre, als Holger Koch und Gabriele Engesser den Betrieb übernahmen und sich ein klares Ziel setzten: herausragende Pinot-Weine zu erzeugen, die sich am Burgund orientieren, nicht am badischen Durchschnitt.

Ein entscheidender Schritt fiel bereits 1999: Statt auf die üblichen regionalen Selektionen zu setzen, holte Holger Koch Spätburgunder-Reben direkt aus dem Burgund und pflanzte sie in Bickensohl. Für den Kaiserstuhl war das damals ein ungewöhnlicher, fast revolutionärer Weg. 2001 folgte dann die Gründung des eigenen Weinguts – seither füllt die Familie ihre Weine selbst ab und vermarktet sie unter dem Namen Holger Koch.

Über die Jahre ist das Gut bewusst klein geblieben. Statt Fläche zu kaufen, hat die Familie in den Keller und in Nachhaltigkeit investiert: seit 2008 heizt eine Grundwasser-Wärmepumpe, seit 2018 liefert eine Photovoltaikanlage Strom, und ein Speicher mit 100.000 Litern sammelt Regenwasser für den Betrieb.

Lage & Terroir

Der Kaiserstuhl ist ein erloschenes Vulkanmassiv in der Oberrheinebene und gilt als eine der wärmsten Weinbauzonen Deutschlands. Die Weinberge von Holger Koch liegen alle rund um Bickensohl – nach Angaben des Guts nicht weiter als zehn Traktorminuten vom Keller entfernt. Es sind überwiegend kleine, steile Terrassenparzellen in rund 300 bis 380 Metern Höhe, also in den höheren Lagen des Kaiserstuhls.

Der Boden besteht aus Löss über Vulkangestein: Die Lössauflage speichert Wasser und Nährstoffe, das darunterliegende Vulkangestein sorgt für Wärme und eine würzige, mineralische Note in den Weinen. Die Höhe der Parzellen ist dabei ein wichtiger Gegenpol zur Hitze der Region – kühlere Nächte bewahren Säure und Frische, was gerade für den Spätburgunder entscheidend ist.

Im Weinberg verzichtet die Familie auf Herbizide und Kunstdünger, arbeitet mit organischer Düngung und Begrünung und setzt beim Pflanzenschutz auf Kupfer, Schwefel und Backpulver. Eine Öko-Zertifizierung hat das Gut nach eigenen Angaben wegen des bürokratischen Aufwands wieder abgegeben – die Arbeitsweise ist geblieben.

Stil & Philosophie

Holger Koch versteht sich als Pinot-Winzer. Sein Vorbild ist das Burgund, nicht der klassische badische Ausbau. Die Trauben werden von Hand gelesen und ohne Pumpen schonend verarbeitet, die Gärung erfolgt spontan mit den weinbergseigenen Hefen, und die Weine bleiben bis zur Füllung auf der Feinhefe.

Bei den Weißweinen wird etwa zur Hälfte in Holzfässern und zur Hälfte in Edelstahl ausgebaut, was Frische und Textur miteinander verbindet. Die Rotweine und die weißen Selektionen reifen in größeren Holzfässern von 300 bis 500 Litern. Filtriert wird kaum oder gar nicht. Das Ergebnis sind Weine mit Spannung und Tiefe: Grauburgunder, der nicht breit und üppig ist, sondern präzise und salzig; Weißburgunder mit cremiger Textur und Zug; und Spätburgunder, der mit Duft, feinem Tannin und Kühle eher an die Côte d’Or als an klassische badische Rotweine erinnert.

Die Qualitätspyramide

Das Gut ordnet seine Weine in eigenen Stufen:

  • Kaiserstuhl Burgunder: die Einstiegsweine der Burgundersorten
  • Herrenstück: Lagenweine aus dem Bickensohler Herrenstück
  • Großes Gewächs: die Spitzenweine des Guts aus den besten Parzellen
  • Réserve: besonders lange gereifte Selektionen

Zusätzlich markieren ein bis drei Sterne auf den Etiketten die Selektionsstufe: Je mehr Sterne, desto strenger die Traubenauslese und desto konzentrierter der Wein.

Bekannte Lagen & Weine

Die zentrale Lage des Guts ist das Bickensohler Herrenstück, aus dem die Lagenweine und Selektionen stammen. Bekannt ist Holger Koch vor allem für:

  • Spätburgunder in allen Stufen – vom Kaiserstuhl Burgunder über den Herrenstück bis zum Großen Gewächs mit Sternen
  • Grauburgunder, der bei Koch ungewöhnlich straff und mineralisch ausfällt und als Selektion zu den besten seiner Sorte in Deutschland zählt
  • Weißburgunder und Chardonnay aus Holz und Edelstahl
  • Sauvignon Blanc als Ergänzung des Sortiments

Die Sterne-Selektionen der Burgundersorten sind klein, gesucht und in den guten Jahrgängen schnell vergriffen.

Auszeichnungen

Das Weingut Holger Koch wird in den großen deutschen Weinführern seit Jahren zu den führenden Betrieben des Kaiserstuhls und Badens gezählt. Vor allem die Spätburgunder- und Grauburgunder-Selektionen erhalten regelmäßig Spitzenbewertungen und tauchen in Rankings der besten deutschen Pinots auf. Sommeliers und Fachhändler schätzen das Gut als Geheimtipp für burgundisch geprägte Weine aus Baden – mit einer Qualität, die weit über die Größe des Betriebs hinausgeht.

Häufige Fragen

Wo liegt das Weingut Holger Koch?

Das Weingut liegt in Bickensohl, einem Ortsteil von Vogtsburg im Kaiserstuhl (Baden). Alle Weinberge liegen rund um das Dorf, nach Angaben des Guts nicht mehr als zehn Traktorminuten vom Keller entfernt, auf rund 300 bis 380 Metern Höhe.

Welche Weine macht Holger Koch?

Der Schwerpunkt liegt auf den Burgundersorten Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder, dazu kommen Chardonnay und Sauvignon Blanc. Die Weine werden spontan vergoren, lange auf der Hefe ausgebaut und kaum filtriert – im Stil eher burgundisch als klassisch badisch.

Was bedeuten die Sterne bei Holger Koch?

Das Gut kennzeichnet seine Selektionen mit ein bis drei Sternen. Je mehr Sterne, desto strenger die Auslese der Trauben und desto höher die Stufe innerhalb der eigenen Qualitätspyramide, die vom Kaiserstuhl Burgunder über die Herrenstück-Lagenweine bis zu Großem Gewächs und Réserve reicht.

Ist das Weingut Holger Koch bio-zertifiziert?

Nicht mehr. Das Gut arbeitet nach eigenen Angaben ohne Herbizide und Kunstdünger und nutzt ökologischen Pflanzenschutz mit Kupfer, Schwefel und Backpulver, hat die Öko-Zertifizierung aber wegen des bürokratischen Aufwands aufgegeben. Holger Koch ist zudem kein VDP-Mitglied.

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