Weingüter

Staatlicher Hofkeller Würzburg – Frankens Silvaner-Tradition seit 1128

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
20. Juli 2026
hofkeller würzburgfrankensilvaner

Staatlicher Hofkeller Würzburg: rund 120 Hektar in Franken, Silvaner aus dem Würzburger Stein und barocke Kellergewölbe unter der Residenz. Geschichte, Stil & Steckbrief.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der ältesten und größten Weingüter Deutschlands – die Ursprünge reichen bis in eine Schenkungsurkunde von 1128 zurück.
  • 2Staatsweingut im Besitz des Freistaats Bayern, mit rund 120 Hektar Rebfläche über ganz Franken verteilt.
  • 3Silvaner ist das fränkische Aushängeschild – abgefüllt in der typischen Bocksbeutel-Flasche.
  • 4Die barocken Kellergewölbe liegen unter der Würzburger Residenz, die seit 1981 zum UNESCO-Welterbe zählt.
  • 5VDP-Mitglied in Franken mit Großen Lagen wie dem berühmten Würzburger Stein.

Steckbrief

Region
Franken – Würzburg, Deutschland
Gegründet
Ursprung in einer Schenkungsurkunde von 1128; Staatsweingut seit 1918
Inhaber / Winzer
Freistaat Bayern; geleitet von Weingutsdirektor und Kellermeister-Team
Rebfläche
rund 120 Hektar – eines der größten Weingüter Deutschlands
Leitrebsorten
Silvaner, Riesling, Weißburgunder (dazu Müller-Thurgau)
Weinstile
Überwiegend trockene Frankenweine im Bocksbeutel; Silvaner als Aushängeschild
Klassifikation
VDP-Mitglied; Große Lagen wie der Würzburger Stein
Besonderheit
Barocke Kellergewölbe unter der Würzburger Residenz (UNESCO-Welterbe)

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Zusammenfassung

Der Staatliche Hofkeller Würzburg ist eines der ältesten und größten Weingüter Deutschlands und ein Aushängeschild der Weinregion Franken. Seine Ursprünge reichen bis in eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1128 zurück, und über die Jahrhunderte blieb der Keller stets im Besitz der jeweils herrschenden Macht – von den Würzburger Fürstbischöfen über die bayerische Krone bis zum heutigen Staatsweingut des Freistaats Bayern. Auf rund 120 Hektar über ganz Franken verteilt entstehen vor allem trockene Silvaner und Rieslinge, abgefüllt in der typischen Bocksbeutel-Flasche. Sein wohl spektakulärstes Erbe sind die barocken Kellergewölbe direkt unter der Würzburger Residenz, die seit 1981 zum UNESCO-Welterbe zählt.

Geschichte

Die Geschichte des Hofkellers beginnt mit einer Schenkungsurkunde von 1128: Der Würzburger Bischof Embricho übergab damals ein Grundstück im heutigen Zell an Ordensbrüder zur Gründung eines Klosters – der Beginn einer kontinuierlichen Weinbautradition. Von da an blieb der Keller ununterbrochen im Besitz der jeweils herrschenden Macht. Über Jahrhunderte war er die fürstbischöfliche Hofkellerei der geistlichen Fürsten von Würzburg.

Mit der Säkularisation fielen die Weinberge Anfang des 19. Jahrhunderts an die bayerische Krone; der Betrieb wurde zum Königlich Bayerischen Hofkeller. Das Ende der Monarchie in Bayern 1918 führte schließlich zum eigenständigen Staatlichen Hofkeller Würzburg, der bis heute als Landesbetrieb des Freistaats Bayern geführt wird. Damit gehört das Gut zu den wenigen Weingütern, deren Geschichte sich über fast neun Jahrhunderte lückenlos verfolgen lässt.

Lage & Terroir

Der Sitz des Guts liegt mitten in Würzburg, dem heimlichen Zentrum des fränkischen Weinbaus am Main. Die Weinberge sind nicht auf einen einzigen Ort konzentriert, sondern verteilen sich über zahlreiche Lagen in ganz Franken – ein Spiegel der langen, herrschaftlichen Geschichte des Hauses.

Herzstück ist der Würzburger Stein, eine der berühmtesten Steillagen Deutschlands. Die Muschelkalk- und Buntsandsteinböden Frankens prägen den Charakter der Weine entscheidend: Sie bringen straffe, mineralische Weine mit klarer Frucht hervor. Das kontinentale Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten sorgt für Reife bei gleichzeitig frischer Säure – eine ideale Grundlage für den fränkischen Silvaner.

Stil & Philosophie

Stilistisch steht der Hofkeller für trockene, klar strukturierte Frankenweine. Im Mittelpunkt steht der Silvaner, der hier seine typisch fränkische Handschrift zeigt: erdig, würzig und mineralisch, mit dezenter Frucht statt aufdringlicher Aromatik. Diese Zurückhaltung macht ihn zu einem der vielseitigsten Speisebegleiter unter den deutschen Weißweinen.

Ebenso wichtig ist der Riesling, der auf den Kalk- und Sandsteinböden Frankens Spannung und Finesse entwickelt, dazu kommen Müller-Thurgau und Weißburgunder. Viele der Spitzenweine werden in der traditionellen Bocksbeutel-Flasche gefüllt – jener bauchigen Form, die untrennbar mit dem fränkischen Wein verbunden ist. Als großes Staatsweingut verbindet der Hofkeller dabei Tradition mit einem breiten Sortiment vom zugänglichen Gutswein bis zum Großen Gewächs.

Bekannte Lagen & Weine

Das Aushängeschild des Guts sind die Weine aus den fränkischen Spitzenlagen, allen voran die trockenen Silvaner und Rieslinge. Zu den bekanntesten Lagen zählen:

  • Würzburger Stein – eine der berühmtesten Lagen Deutschlands und Herzstück des Guts
  • Würzburger Innere Leiste – steile Südlage direkt an der Stadt
  • Randersackerer Pfülben – renommierte Lage südlich von Würzburg

Aus diesen Lagen entstehen die Großen Gewächse und Ersten Lagen des Guts, die regelmäßig zu den Spitzen des fränkischen Weinbaus gezählt werden. Ergänzt wird das Sortiment durch eine breite Palette an Guts- und Ortsweinen, die den typischen Stil des Hauses zu fairen Preisen zugänglich machen.

Auszeichnungen

Als VDP-Mitglied klassifiziert der Staatliche Hofkeller seine besten Weinberge als Große und Erste Lagen und findet sich regelmäßig in den führenden deutschen Weinführern wieder. Weit über die Weine hinaus ist der Hofkeller jedoch als Kulturdenkmal berühmt: Die barocken Kellergewölbe unter der Würzburger Residenz, ab 1720 zusammen mit dem Schloss von Balthasar Neumann errichtet, gehören seit 1981 zum UNESCO-Welterbe und machen das Gut zu einem der eindrucksvollsten Weinorte Deutschlands.

Häufige Fragen

Wofür ist der Staatliche Hofkeller Würzburg bekannt?

Der Staatliche Hofkeller zählt zu den ältesten und größten Weingütern Deutschlands und ist eines der Aushängeschilder Frankens. Bekannt ist er für trockene Silvaner und Rieslinge aus Spitzenlagen wie dem Würzburger Stein, für die typische Bocksbeutel-Flasche und für seine barocken Kellergewölbe direkt unter der Würzburger Residenz.

Wem gehört der Staatliche Hofkeller Würzburg?

Das Gut ist ein Staatsweingut und gehört dem Freistaat Bayern. Seine Geschichte reicht über die fürstbischöfliche Hofkellerei und den Königlich Bayerischen Hofkeller bis zum heutigen Landesbetrieb – seit dem Ende der Monarchie 1918 firmiert es als Staatlicher Hofkeller.

Wo liegt der Staatliche Hofkeller Würzburg?

Der Sitz ist in Würzburg in Franken. Die historischen Kellergewölbe erstrecken sich unter der Würzburger Residenz, einem UNESCO-Welterbe. Die Weinberge verteilen sich über zahlreiche Lagen in ganz Franken, darunter der Würzburger Stein.

Welche Rebsorten baut der Hofkeller an?

Prägend sind Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau, dazu Weißburgunder und weitere Sorten. Der Silvaner gilt als klassische fränkische Rebsorte und als Signaturwein des Guts, besonders aus dem Würzburger Stein.

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