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Weingut · Frankreich

Bouchard Père & Fils – Beaunes traditionsreiches Haus mit eigener Grand-Cru-Domaine

Bouchard Père & Fils in Beaune: seit 1731, rund 130 Hektar eigene Côte-d'Or-Lagen mit Montrachet, Corton-Charlemagne & Vigne de l'Enfant Jésus im Porträt.

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  • pinot noir

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1Eines der ältesten Weinhäuser des Burgunds – 1731 von Michel Bouchard in Beaune gegründet.
  2. 2Rund 130 Hektar eigene Weinberge an der Côte d'Or, davon etwa 12 Hektar Grand Cru und 74 Hektar Premier Cru.
  3. 3Sitz und Keller im historischen Château de Beaune, das die Familie Bouchard 1820 erwarb.
  4. 4Alleiniger Eigentümer der legendären Parzelle Beaune Grèves „Vigne de l'Enfant Jésus“ – seit 1791 im Besitz des Hauses.
  5. 5Seit 1995 im Besitz der Familie Henriot, seit 2022 Teil von Artémis Domaines der Familie Pinault.

Zusammenfassung

Bouchard Père & Fils ist eines der ältesten und bedeutendsten Weinhäuser des Burgunds. Gegründet 1731 in Beaune, verbindet das Haus die Rolle einer klassischen Maison mit der einer echten Domaine: Mit rund 130 Hektar eigenen Weinbergen an der Côte d'Or – davon etwa 12 Hektar Grand Cru und 74 Hektar Premier Cru – zählt Bouchard zu den größten Lagenbesitzern der Region. Sitz und Keller befinden sich im historischen Château de Beaune. Die Leitrebsorten sind Pinot Noir und Chardonnay, berühmt ist das Haus für Weißweine aus Montrachet und Corton-Charlemagne ebenso wie für die rote Monopol-Parzelle „Vigne de l'Enfant Jésus“.

Geschichte

Die Geschichte des Hauses beginnt 1731, als Michel Bouchard in Beaune einen Tuchhandel gründete. Sein Sohn Joseph Bouchard wandte sich zunehmend dem Weinhandel zu und erwarb ab 1775 die ersten eigenen Parzellen – der Grundstein der heutigen Domaine. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Name „Bouchard Père & Fils“ durch.

Die Französische Revolution brachte einen entscheidenden Zukauf: 1791 ersteigerte das Haus bei der Veräußerung der Kirchengüter die Weinberge der Karmeliterinnen von Beaune, darunter die berühmte „Vigne de l'Enfant Jésus“. 1820 wurde Bernard Bouchard Eigentümer des Château de Beaune, einer unter König Ludwig XI. errichteten Festung, deren Bastionen und unterirdische Gänge seither als Weinkeller dienen. 1838 kam eine knapp 0,9 Hektar große Parzelle im Montrachet hinzu.

Über rund 260 Jahre blieb das Haus in Familienhand. 1995 verkaufte die Familie Bouchard an den Champagner-Unternehmer Joseph Henriot, der massiv in Weinberge, Keller und Qualität investierte. Seit 2022 gehört Bouchard Père & Fils über die Fusion mit Maisons & Domaines Henriot zu Artémis Domaines, der Weingruppe der Familie Pinault.

Lage & Terroir

Beaune liegt im Herzen der Côte d'Or, jenes schmalen, nach Osten geneigten Kalksteinhangs, an dem die großen Burgunderlagen wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind. Die Weinberge von Bouchard verteilen sich über die Côte de Beaune und die Côte de Nuits – von Puligny-Montrachet und Meursault im Süden über Beaune, Volnay und Pommard bis zum Corton-Hügel und weiter in den Norden.

Die Böden bestehen aus Kalk und Mergel in wechselnden Anteilen, oft durchsetzt mit Geröll und Ton. Das kontinentale Klima mit kühlen Nächten sorgt für feine Säure und aromatische Präzision. Gerade die kleinteilige Gliederung in Hunderte „Climats“ – seit 2015 UNESCO-Welterbe – macht die Vielfalt der Weine aus: Jede Parzelle bringt einen eigenen Ausdruck hervor, den Bouchard bewusst getrennt ausbaut.

Stil & Philosophie

Bouchard setzt auf Lagenausdruck und Präzision statt auf opulente Extraktion. Die roten Weine aus Pinot Noir zeigen klare Frucht, feine Tannine und Frische; die weißen Chardonnays verbinden Spannung und Mineralität mit behutsamem Ausbau im Holz. Die Kellerarbeit findet in einer modernen, schwerkraftgestützten Kellerei in Savigny-lès-Beaune statt, gereift wird unter anderem in den kühlen Gewölben des Château de Beaune, wo auch eine umfangreiche Sammlung alter Jahrgänge lagert.

Im Weinberg hat das Haus in den letzten Jahren konsequent auf naturnahe Bewirtschaftung umgestellt; nach eigenen Angaben ist die gesamte Domaine seit 2025 biologisch zertifiziert. Klar unterschieden wird zwischen den Domaine-Weinen aus eigenen Lagen und den Négoce-Abfüllungen aus zugekauften Trauben.

Bekannte Lagen & Weine

Zu den bekanntesten Weinen und Lagen des Hauses zählen:

  • Beaune Grèves „Vigne de l'Enfant Jésus“ (Premier Cru) – knapp vier Hektar im Premier Cru Les Grèves, seit 1791 im Alleinbesitz; ein seidiger, tiefgründiger Pinot Noir
  • Montrachet (Grand Cru) – rund 0,9 Hektar, seit 1838 im Besitz des Hauses
  • Chevalier-Montrachet (Grand Cru) – rund 2,3 Hektar, dazu die Spezialabfüllung Chevalier-Montrachet „La Cabotte“
  • Corton-Charlemagne und Corton (Grand Cru) – kraftvolle Weiß- und Rotweine vom Corton-Hügel
  • Bonnes-Mares (Grand Cru) – Rotwein aus der Côte de Nuits
  • Meursault Perrières (Premier Cru) – einer der gesuchtesten weißen Premiers Crus der Côte de Beaune
  • Beaune du Château (Premier Cru) – die klassische Cuvée des Hauses aus mehreren Beaune-Premier-Cru-Lagen

Auszeichnungen

Die Grand- und Premier-Cru-Weine von Bouchard Père & Fils erhalten regelmäßig hohe Bewertungen der internationalen Weinkritik und gelten als verlässliche Referenzen für ihre jeweiligen Lagen. Mehr als jede einzelne Auszeichnung zählt jedoch das Erbe: Die „Vigne de l'Enfant Jésus“, die Montrachet-Parzelle und das denkmalgeschützte Château de Beaune machen Bouchard zu einem der geschichtsträchtigsten Namen des Burgunds – und zu einem idealen Einstieg, um die Vielfalt der Côte d'Or kennenzulernen.

Häufige Fragen

Ist Bouchard Père & Fils ein Weingut oder ein Handelshaus?

Beides. Bouchard Père & Fils ist eine klassische Burgunder Maison, die als Négociant auch Trauben zukauft – besitzt aber mit rund 130 Hektar eine der größten eigenen Weinbergsdomänen der Côte d'Or. Die Domaine-Weine tragen den Zusatz „Domaine“ auf dem Etikett und stammen ausschließlich aus eigenen Lagen.

Was ist die „Vigne de l'Enfant Jésus“?

Eine knapp vier Hektar große Parzelle innerhalb des Premier Cru Beaune Les Grèves. Sie gehörte einst den Karmeliterinnen von Beaune und wurde 1791 bei der Versteigerung der Kirchengüter von Bouchard erworben. Das Haus ist bis heute alleiniger Erzeuger dieses berühmten Pinot Noir.

Wem gehört Bouchard Père & Fils heute?

1995 verkaufte die Familie Bouchard das Haus an die Champagner-Familie Henriot. Seit 2022 gehört Bouchard über die Fusion mit Maisons & Domaines Henriot zu Artémis Domaines, der Weingruppe der Familie Pinault, zu der unter anderem auch Château Latour und der Clos de Tart zählen.

Wo liegt Bouchard Père & Fils?

Der Sitz ist das Château de Beaune in der Weinhauptstadt Beaune an der Côte d'Or. Die eigenen Weinberge verteilen sich über die Côte de Beaune und die Côte de Nuits.

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