Urlaubs-Guides

Pfalz für Weinliebhaber - Weingüter, Weinstuben & Deutsche Weinstraße

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Weinurlaub in der Pfalz: Weingüter mit offener Vinothek, Weinstuben, Wurstmarkt, Mandelblüte und die Deutsche Weinstraße von Bockenheim bis Schweigen.

Warum die Pfalz für Weinliebhaber?

Es gibt einen Grund, warum die Pfalz für viele deutsche Weinreisende das erste Ziel ist und für manche das einzige bleibt: Hier ist alles nah beieinander, fast alles ist offen, und man muss für nichts eine Woche im Voraus buchen.

Anders als an der Mosel, wo die Spitzenweingüter oft winzige Familienbetriebe ohne Besucherbetrieb sind, haben in der Pfalz sehr viele Toperzeuger reguläre Vinothek-Öffnungszeiten - teils sieben Tage die Woche. In Deidesheim liegen mit von Winning, von Buhl und Bassermann-Jordan gleich drei große Namen fußläufig im Ortskern. Man kann also morgens ankommen, den Wagen stehen lassen und einfach losgehen.

Dazu kommt das Klima. Die Pfalz ist eine der wärmsten Ecken Deutschlands, im Freiland wachsen Feigen, Kiwis und Mandeln - was der Region eine zweite Saison beschert: Wenn Ende Februar die Mandelblüte beginnt, ist der Rest des Landes noch grau. Und im Glas steht die größte zusammenhängende Rieslingfläche der Welt, ergänzt um Burgundersorten, die hier immer stärker werden. Weinfachliches zu Lagen, Böden und Rebsorten findest du in unserem Pfalz-Porträt.

Beste Reisezeit für Weinerlebnisse

ZeitraumWas dich erwartet
Ende Februar - Anfang AprilMandelblüte: Pfälzer Mandelwochen, Mandelblütenfest in Gimmeldingen an zwei Märzwochenenden - das unterschätzteste Zeitfenster des Jahres
Mai - JuniGrüne Weinberge, Terrassenwetter, Frühjahrssaison der Straußwirtschaften
SeptemberHochsaison: Weinlese, Dürkheimer Wurstmarkt am zweiten und dritten Wochenende, Beginn des Weinlesefests in Neustadt
OktoberWeinlesefest Neustadt mit Krönung der Deutschen Weinkönigin, größter Winzerfestumzug Deutschlands, Federweißer und Zwiebelkuchen
November - JanuarRuhig, viele Vinotheken mit reduzierten Zeiten; einzelne Güter machen im Januar mehrere Wochen zu

Die Lese hat sich deutlich nach vorn verschoben: 2025 begannen viele Betriebe schon Ende August mit Burgundern und Sektgrundweinen und waren um den 23. September fertig - so früh wie selten. Wer die Lese sehen will, plant also September, nicht Oktober.

Weingüter, die du besuchen kannst

Weingut von Winning (Deidesheim)

Das besucherfreundlichste Weingut der Region und der beste erste Stopp: Die Vinothek ist an sieben Tagen der Woche geöffnet, auch an Feiertagen, montags bis freitags von morgens bis abends. Verkosten geht ohne Reservierung, Kellerführungen mit Probe nach Vereinbarung. Dazu kommt ein historisches Gewölbe und mit dem Leopold ein eigenes Restaurant im umgebauten Pferdestall - Weingut und Mittagessen an einem Ort.

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Weingut Dr. Bürklin-Wolf (Wachenheim)

Eines der traditionsreichsten Häuser der Pfalz, biodynamisch bewirtschaftet - und mit einer eigenen Lagenklassifikation, die sich an einer historischen bayerischen Steuerkarte des 19. Jahrhunderts orientiert: Erste und Große Gewächse werden hier nach dem gleichen Prinzip eingeteilt wie im Burgund. Die Vinothek liegt im Englischen Garten und ist dienstags bis freitags nachmittags sowie am Wochenende ganztags geöffnet; von November bis April sind Sonntag und Montag Ruhetag. Blick in die historischen Gewölbekeller nach Absprache.

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Weingut Bassermann-Jordan (Deidesheim)

Gegründet 1718 und einer der Pioniere des deutschen Qualitätsweinbaus - die Familie prägte im 19. Jahrhundert die Vorstellung davon, was Riesling überhaupt sein kann. Heute biozertifiziert und biodynamisch bewirtschaftet. Die Vinothek in der Kirchgasse ist werktags ganztags und am Wochenende bis nachmittags geöffnet. Zum Anwesen gehört der Ketschauer Hof, in dem heute das Restaurant L.A. Jordan sitzt (siehe unten).

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Weingut Reichsrat von Buhl (Deidesheim)

Der dritte große Name im Deidesheimer Ortskern - damit ist die Runde zu Fuß komplett. Verkostet wird während der Öffnungszeiten ohne Termin, für Gruppen gibt es vereinbarte Weinproben. Wer einen Tag in Deidesheim plant, kann von Winning, Bassermann-Jordan und von Buhl bequem an einem Vormittag verbinden - und muss dafür kein einziges Mal ins Auto steigen.

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Weingut A. Christmann (Neustadt-Gimmeldingen)

Biodynamisch in achter Generation, rund 22 Hektar mit etwa 70 Prozent Riesling in den Spitzenlagen von Königsbach, Gimmeldingen und Ruppertsberg. Steffen Christmann ist seit 2007 Präsident des VDP und prägt damit die deutsche Qualitätsdiskussion wie kaum ein Zweiter; geführt wird das Gut inzwischen gemeinsam mit Tochter Sophie. Geöffnet Dienstag bis Freitag und samstags vormittags. Praktischer Nebeneffekt: Gimmeldingen ist der Hauptort des Mandelblütenfests.

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Weingut Müller-Catoir (Neustadt-Haardt)

Seit 1744 in Familienbesitz, mit Probenräumen aus dem 18. Jahrhundert - und mit einer Besonderheit, die man nicht überall findet: Während der Geschäftszeiten wird kostenlos in kleinen Gruppen verkostet. Wichtig für die Planung: Die Öffnungszeiten sind saisonal gestaffelt und im Winter deutlich kürzer, im Januar ist das Gut mehrere Wochen geschlossen.

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Weingut Ökonomierat Rebholz (Siebeldingen, Südpfalz)

Der wichtigste Grund, auch in die Südpfalz zu fahren: 22 Hektar, biodynamisch, ein Gutsgebäude aus dem 16. Jahrhundert und eine Familienphilosophie, die konsequent auf Naturbelassenheit setzt - lange bevor das Mode wurde. Werktags durchgehend und samstags geöffnet, Anmeldung ist erwünscht.

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Weingut Friedrich Becker (Schweigen-Rechtenbach)

Die schönste Geschichte der Pfalz: Beckers Weinberge liegen zu großen Teilen jenseits der Grenze auf französischem Boden - die Reben wachsen im Elsass, der Wein ist deutscher Pfälzer. Rund 60 Prozent der Fläche sind Burgundersorten, allen voran Spätburgunder, der hier zu den besten Deutschlands zählt. Das Gut liegt direkt am Deutschen Weintor, wo die Weinstraße beginnt. Wichtig: Die Öffnungszeiten sind sehr knapp - freitags und samstags jeweils nur wenige Stunden, sonst nur nach telefonischer Anmeldung. Hier vorher anrufen, das ist die Ausnahme von der Pfälzer Offenheitsregel.

Info: Website · Google Maps

Für Anreisende aus dem Norden: Das Weingut Knipser in Laumersheim liegt am nördlichen Ende des Anbaugebiets und verkauft werktags und samstags; im nahen Bissersheim betreibt die Familie mit "Knipsers Halbstück" zusätzlich eine Weinstube mit Verkauf.

Routenvorschläge

Route 1 - Deidesheim zu Fuß: Vormittags von Winning, dann quer über die Weinstraße zu von Buhl und Bassermann-Jordan, mittags im Leopold oder im Gasthaus Zur Kanne, nachmittags noch die Vinothek am Marktplatz. Der einzige Weintag dieses Guides, für den man wirklich kein Auto braucht - und deshalb unsere Empfehlung für alle, die auch trinken wollen.

Route 2 - Mittelhaardt mit dem Rad: Von Deidesheim über Forst und Wachenheim (Bürklin-Wolf) nach Bad Dürkheim, zurück über Ruppertsberg. Die Strecke ist flach bis leicht wellig und führt fast durchgehend durch Weinberge.

Route 3 - Südpfalz-Tag: Vormittags Rebholz in Siebeldingen, mittags in Landau, nachmittags weiter nach Schweigen zum Deutschen Weintor - dort das Weingut Becker (Zeiten prüfen!) und die Vinothek des Deutschen Weintors. Auf dem Rückweg lohnt ein Stopp am Hambacher Schloss.

Wichtig - Fahren und Wein: In Deutschland gelten 0,5 Promille, 0,0 für Fahranfänger in der Probezeit und für alle unter 21 Jahren - bei Verstoß 250 Euro, ein Punkt und zwei Jahre Probezeitverlängerung. Die Pfalz macht es einem leicht, das zu umgehen: Neustadt hat ICE-Anschluss über Mannheim, Deidesheim und Bad Dürkheim sind per Regionalbahn erreichbar, und die Orte der Mittelhaardt liegen so dicht beieinander, dass Rad oder Bus für einen Verkostungstag völlig reichen.

Restaurants für Weinliebhaber

Eine Neuigkeit, die selbst viele Pfälzer noch nicht auf dem Schirm haben: Bei der Vorstellung des Guide Michelin Deutschland im Juni 2026 bekam das L.A. Jordan in Deidesheim den dritten Stern - als einziges neues Drei-Sterne-Haus des Landes und das erste der Pfalz überhaupt.

Gehoben

L.A. Jordan (Deidesheim) - Drei Michelin-Sterne seit 2026, im Gourmet-Resort Ketschauer Hof, dem historischen Stammsitz von Bassermann-Jordan. Daniel Schimkowitsch kocht reduziert und kreativ mit japanischen Akzenten. Dass Deutschlands jüngstes Drei-Sterne-Restaurant mitten in einem Weingut sitzt, ist für diesen Guide der passende Zufall. Info: Guide Michelin · Google Maps

Intense (Wachenheim) - Zwei Sterne seit 2025: Benjamin Peifer und seine Frau Bettina servieren Aperitif und Amuses in der "Gud Stubb" eines ehemaligen Pfarrhauses, danach geht es ins minimalistisch-urbane Restaurant. Eine der spannendsten Küchen zwischen Rhein und Haardt. Info: Guide Michelin · Google Maps

Schwarzer Hahn (Deidesheim) - Für diesen Guide die interessanteste Weinkarte der Region: rund 1.000 Positionen mit einem Schwerpunkt auf der Pfalz, der weit über Riesling hinausgeht, betreut von einem eigenen Sommelier. Serviert wird im Kreuzgewölbe des Deidesheimer Hofs am Marktplatz, klassisch-regionale Küche in vier bis sieben Gängen. Info: Website · Google Maps

Entspannt

Leopold (Deidesheim) - Im umgebauten Pferdestall des Weinguts von Winning, mit über 200 Weinpositionen und schöner Terrasse. Auf der Karte steht die "Pfälzer Trilogie": Bratwurst, Leberknödel und Saumagen zusammen auf einem Teller - der schnellste Weg, die regionale Küche zu verstehen. Info: Guide Michelin · Google Maps

Gasthaus Zur Kanne (Deidesheim) - Die Geschichte des Hauses reicht bis 1160 zurück, es gilt als ältestes Gasthaus der Pfalz und war ursprünglich Pilgerherberge. Nach einer aufwendigen Sanierung sind alte Kachelöfen und der Backsteinbrunnen erhalten. Auf der Karte Pfälzer Klassiker in moderner Lesart, darunter Saumagen und Grumbeersupp mit Dampfnudeln. Info: Guide Michelin · Google Maps

Straußwirtschaften - Die ehrlichste Art, Pfälzer Wein zu trinken: Der Winzer schenkt im eigenen Hof seinen eigenen Wein aus, dazu gibt es einfache Küche. Erlaubt sind maximal vier Monate im Jahr, meist aufgeteilt in Frühjahr und Herbst. Was du bestellst, fasst der pfälzische Dreiklang zusammen: "Weck, Worscht un Woi" - Brötchen, Wurst und Wein. Die Termine wechseln jährlich, vorher prüfen.

Was auf der Karte steht

Wer zum ersten Mal in einer Pfälzer Weinstube sitzt, sollte diese Begriffe kennen: Saumagen ist das Nationalgericht - Schweinemagen als Hülle, gefüllt mit Fleisch, Kartoffeln und Gewürzen, gegart und in Scheiben gebraten, dazu Sauerkraut. Leberknödel kommen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Dampfnudeln sind Hefeklöße mit Salzkruste, die man hier auch herzhaft zur Kartoffelsuppe isst, nicht nur süß mit Vanillesoße. Und getrunken wird aus dem Dubbeglas: einem halben Liter mit Diese-Dellen, die den Griff auch mit fettigen Fingern sichern.

Vinotheken & Weinbars

  • Deutsches Weintor (Schweigen-Rechtenbach) - Die Vinothek der Winzergenossenschaft direkt am südlichen Startpunkt der Weinstraße, gut mit dem Weintor-Bauwerk und dem Weingut Becker zu verbinden. Website · Google Maps
  • Haus der Deutschen Weinstraße (Bockenheim) - Das Gegenstück im Norden: ein Torbogen-Bauwerk über der Straße, mit Vinothek und Gastronomie. Wer die Weinstraße von einem Ende zum anderen fährt, hat damit Start- und Zielpunkt. Google Maps
  • Vinothek und Weinhandlungen in Deidesheim - Rund um den Marktplatz gibt es mehrere Adressen mit Ausschank, darunter eine Vinothek in der Weinstraße und eine Weinfachhandlung am Marktplatz, die abends auch als Weinbar funktioniert. Praktisch, wenn die Weingüter bereits geschlossen haben. Google Maps

Wein-Erlebnisse & Feste

  • Dürkheimer Wurstmarkt (September, Bad Dürkheim): Das größte Weinfest der Welt, seit über 600 Jahren, an neun Tagen über das zweite und dritte September-Wochenende verteilt. Über 600.000 Besucher, 36 Schubkarchstände - schmale Holzbuden mit engen Bänken, benannt nach den Schubkarren, auf denen die Winzer einst ihre Fässer heranschoben - und rund 300 Weine. Dazu Riesenrad, Fahrgeschäfte und der traditionelle Literarische Frühschoppen. Unterkünfte in Bad Dürkheim sind früh ausgebucht; Basis besser in Deidesheim oder Neustadt wählen und mit der Bahn anreisen.
  • Deutsches Weinlesefest (Ende September bis Mitte Oktober, Neustadt): 18 Festtage in der Innenstadt, mit der Wahl und Krönung der Deutschen Weinkönigin und dem größten Winzerfestumzug Deutschlands am zweiten Oktobersonntag.
  • Mandelblüte (Ende Februar bis Anfang April): Die Pfälzer Mandelwochen ziehen sich über gut sechs Wochen; das Mandelblütenfest in Gimmeldingen findet an zwei Märzwochenenden statt und verwandelt den Ort in ein rosa Blütenmeer. Wer wandern will: Der Pfälzer Mandelpfad führt auf rund 100 Kilometern von Bockenheim über Bad Dürkheim bis zum Deutschen Weintor - als Ganzes vier bis fünf Tage, in Etappen aber gut als Tagestour machbar.
  • Deutsche Weinstraße: Die älteste Weintourismus-Route der Welt, eröffnet im Oktober 1935 mit einer Fahrt von Schweigen nach Bockenheim. Rund 85 Kilometer vom Haus der Deutschen Weinstraße im Norden bis zum Deutschen Weintor im Süden - einem 18 Meter hohen Torbau, der 1936 in nur zwei Monaten errichtet wurde.
  • Pfälzer Weinsteig: 185 Kilometer in elf Tagesetappen von Bockenheim bis Schweigen, zertifizierter Premiumwanderweg. Führt über die Haardt mit ständigem Blick auf die Rheinebene - landschaftlich der schönste Weg, die Region zu sehen.
  • Hambacher Schloss (Neustadt): Die "Wiege der deutschen Demokratie" - 1832 versammelten sich hier bis zu 30.000 Menschen unter schwarz-rot-goldenen Fahnen. Ganzjährig geöffnet, Eintritt rund 6,50 Euro. Der Aufstieg durch die Weinberge von Hambach aus ist der schönste Zugang und lässt sich gut mit einem Weingutsbesuch in Gimmeldingen verbinden.

Praktische Tipps

Die Pfalz ist die entspannteste Weinregion Deutschlands - jedenfalls, was Besuche angeht. Die meisten Güter verkosten während der Öffnungszeiten ohne Termin, bei manchen wie Müller-Catoir sogar kostenlos in kleinen Gruppen. Für geführte Proben mit Kellerführung wird ein Beitrag fällig, der je nach Haus unterschiedlich ausfällt - vorher erfragen. Anrufen lohnt sich vor allem bei den kleineren Südpfälzer Betrieben.

Wein mit nach Hause nehmen: Inlandsurlaub heißt keine Zollfragen, keine Mengengrenzen, kein Handgepäckproblem. Kistenkauf ist hier der Normalfall, nicht die Ausnahme - fast alle Vinotheken verkaufen Sechser- und Zwölferkartons direkt. Fahr mit leerem Kofferraum hin. Nur im Hochsommer die Kartons nicht stundenlang im heißen Auto lassen; die Güter versenden auf Wunsch auch.

Was einkaufen: Einen trockenen Riesling aus einer der großen Lagen der Mittelhaardt - Forster, Deidesheimer oder Ruppertsberger -, weil er zeigt, wie kraftvoll deutscher Riesling sein kann, ohne schwer zu werden. Dazu unbedingt einen Spätburgunder aus der Südpfalz: Was dort in Schweigen und Umgebung entsteht, muss den Vergleich mit Burgund nicht scheuen und ist noch immer günstig. Und für den Alltag ein Grauburgunder oder Weißburgunder - die Pfalz baut davon inzwischen so viel an, dass die Qualität auch in der Einstiegsklasse stimmt.

Und unterwegs: Auf Pfälzer Weinkarten stehen oft dreißig Rieslinge von zehn Gütern, unterschieden nur durch Lagennamen, die für Ortsfremde austauschbar klingen. Der Scanner der Grape Guru App ordnet das ein - und sagt dir, ob der Wein trocken ausgebaut ist, was am Etikett nicht immer eindeutig steht.

Häufige Fragen

Kann man Pfälzer Weingüter ohne Anmeldung besuchen?

Häufig ja, und das ist der große Vorteil dieser Region. Von Winning in Deidesheim hat montags bis sonntags geöffnet, Bassermann-Jordan und von Buhl ebenfalls an sechs bis sieben Tagen, Bürklin-Wolf in Wachenheim nachmittags und am Wochenende. Für geführte Proben und Kellerführungen braucht es trotzdem eine Anmeldung. Eine wichtige Ausnahme ist Friedrich Becker in Schweigen: dort gibt es nur freitags und samstags kurze Zeitfenster - unbedingt vorher anrufen.

Wann ist der Dürkheimer Wurstmarkt?

Immer am zweiten und dritten September-Wochenende in Bad Dürkheim, verteilt auf neun Festtage. Das Fest gibt es seit über 600 Jahren und gilt mit weit über einer halben Million Besuchern als größtes Weinfest der Welt. Herzstück sind die Schubkarchstände - schmale Holzbuden, benannt nach den Schubkarren, auf denen die Winzer früher ihre Fässer auf den Festplatz brachten. Unterkünfte in Bad Dürkheim sind dann früh ausgebucht.

Was ist eine Straußwirtschaft?

Der zeitlich befristete Ausschank des selbst erzeugten Weins im eigenen Hof - in Württemberg heißt dasselbe Besenwirtschaft. Erlaubt sind maximal vier Monate im Jahr, meist aufgeteilt in eine Frühjahrs- und eine Herbstöffnung, und es darf ausschließlich eigener Wein und einfache Küche serviert werden, kein Bier. Der Name kommt vom Strauß über der Tür, der anzeigt, dass ausgeschenkt wird. Die Termine wechseln jährlich - vorher auf der Website des Weinguts prüfen.

Wann blühen die Mandelbäume in der Pfalz?

Die Pfälzer Mandelwochen laufen typischerweise von Ende Februar bis Anfang April, je nach Witterung. Das Mandelblütenfest in Gimmeldingen bei Neustadt findet an zwei Wochenenden im März statt. Wer wandern will, nimmt den Pfälzer Mandelpfad: rund 100 Kilometer von Bockenheim bis zum Deutschen Weintor, gut in Tagesetappen aufteilbar.

Braucht man ein Auto für einen Weinurlaub in der Pfalz?

Nicht zwingend - und weil in Deutschland 0,5 Promille gelten (0,0 in der Probezeit und unter 21 Jahren), ist das ein echtes Argument. Neustadt an der Weinstraße hat ICE-Anschluss über Mannheim, Deidesheim und Bad Dürkheim sind per Regionalbahn erreichbar. Wer Deidesheim als Basis wählt, erreicht von Winning, von Buhl und Bassermann-Jordan zu Fuß im Ortskern.

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