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Weingut Julius Zotz – Gutedel und Burgunder aus dem Markgräflerland

Robert KozinskiVon Robert Kozinski
3. August 2026
julius zotzbadengutedel

Weingut Julius Zotz in Heitersheim: eines der größten Familienweingüter Deutschlands im Markgräflerland. Geschichte, Gutedel, Lagen und Stil im Porträt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Eines der größten Familienweingüter Deutschlands – rund 95 Hektar Rebfläche im Markgräflerland.
  • 21865 von Julius Zotz offiziell gegründet; die Wurzeln reichen bis 1845 ins Heitersheimer Malteserschloss zurück.
  • 3Heute in vierter und fünfter Generation von den Cousins Martin und Michael Zotz geführt.
  • 4Gutedel ist die Leitrebsorte – ergänzt um Weiß-, Grau- und Spätburgunder, die zusammen den Großteil der Fläche stellen.
  • 51977 entstand hier Badens erster Winzersekt nach traditioneller Flaschengärung.

Steckbrief

Region
Baden – Markgräflerland, Heitersheim, Deutschland
Gegründet
1865 durch Julius Zotz; Weinbau der Familie am Ort seit etwa 1845
Inhaber / Winzer
Familie Zotz – die Cousins Martin und Michael Zotz in vierter und fünfter Generation
Rebfläche
rund 95 Hektar im Markgräflerland
Leitrebsorten
Gutedel, Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder
Weinstile
Trockene Weißweine, Spätburgunder, Rosé, edelsüße Weine, Winzersekt, Brände
Klassifikation
Badischer Qualitäts- und Prädikatswein; umweltschonender Weinbau nach den Richtlinien Baden-Württembergs
Besonderheit
Badens erster Winzersekt nach traditioneller Flaschengärung (1977); Sitz im historischen Malteserschloss

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Zusammenfassung

Das Weingut Julius Zotz in Heitersheim gehört mit rund 95 Hektar zu den größten Familienweingütern Deutschlands – und ist zugleich eine der prägenden Adressen für die Signaturrebe des Markgräflerlands: den Gutedel. Seit 1865 bewirtschaftet die Familie Zotz Reben rund um das ehemalige Malteserschloss, heute in vierter und fünfter Generation. Das Sortiment reicht vom unkomplizierten Alltagsgutedel über die Burgundersorten bis zu Sekten nach traditioneller Flaschengärung – eine Bandbreite, die im deutschen Weinbau selten ist und dem Gut sowohl regionale Verankerung als auch internationale Auszeichnungen eingebracht hat.

Geschichte

Eine Linie der Familie Zotz kam 1804 aus Tirol nach Baden. Vier Jahrzehnte später, 1845, erwarb Karl Zotz einen Teil des Heitersheimer Malteserschlosses – jener Residenz, die dem Ort über Jahrhunderte den Beinamen als Sitz des Malteserordens verlieh – und begann dort mit dem Weinbau.

Zur offiziellen Gründung kam es 1865, als sein Sohn Julius Zotz den Betrieb ins Handelsregister eintragen ließ. Der Leitsatz, den er dem jungen Weingut mitgab – die Verpflichtung zu einer Qualität der Spitzenklasse – wird bis heute zitiert. Das repräsentative Kellereigebäude entstand um 1900.

Über fünf Generationen ist das Gut in Familienhand geblieben und dabei stetig gewachsen: von einem klassischen Markgräfler Betrieb zu einem der flächenstärksten Familienweingüter des Landes. Heute teilen sich die Cousins Martin und Michael Zotz die Verantwortung, unterstützt von der nächsten Generation. Ein Meilenstein der Betriebsgeschichte fällt ins Jahr 1977: Damals brachte das Haus den ersten badischen Winzersekt nach traditioneller Flaschengärung auf den Markt – lange bevor Sekt vom Weingut in Deutschland zum Standard wurde.

Lage & Terroir

Heitersheim liegt im Markgräflerland, dem südlichsten Zipfel des Anbaugebiets Baden, auf halbem Weg zwischen Freiburg und Basel. Es ist eine der wärmsten und sonnenreichsten Ecken Deutschlands: Der Schwarzwald schirmt nach Osten ab, die Oberrheinebene öffnet sich nach Westen zu den Vogesen, und die Weinberge liegen in sanften Hügelketten, die im Frühjahr früh und im Herbst lang Wärme speichern.

Prägend sind zwei Bodentypen. Über weite Strecken dominiert Löss und Lösslehm – tiefgründig, wasserspeichernd und ideal für die Burgundersorten, denen er Fülle und Cremigkeit gibt. Darunter und stellenweise an die Oberfläche tretend liegt Kalkstein, der den Weinen Zug, Salzigkeit und Frische verleiht. Genau diese Kombination erklärt, warum der eher milde Gutedel hier nicht flach wirkt, sondern trinkfluss- und spannungsreich bleibt.

Klimatisch profitiert das Markgräflerland von der Nähe zur Burgundischen Pforte, durch die milde Luft ins Rheintal strömt. Die Reifebedingungen sind entsprechend zuverlässig – ein Grund, warum sich hier neben Gutedel und Burgundern zunehmend auch Chardonnay und wärmeliebende rote Sorten etabliert haben.

Stil & Philosophie

Die stilistische Linie des Guts ist geradlinig: saubere Frucht, trockener Ausbau, Trinkfreude vor Effekt. Der Gutedel – international Chasselas – ist dabei kein Verlegenheitswein, sondern das erklärte Kernthema. Weil die Sorte von Natur aus mild und säurearm ist, entscheidet die Arbeit im Weinberg über den Charakter: reduzierte Erträge, früher Lesezeitpunkt für Frische, längeres Hefelager für Textur. Das Ergebnis reicht vom leichten, blütenzarten Alltagswein bis zu konzentrierten Lagenweinen und im Holz ausgebauten Varianten.

Bei den Burgundersorten setzt das Gut auf zwei Register: frische, fruchtbetonte Weiß- und Grauburgunder aus dem Stahltank für den unmittelbaren Genuss – und darüber gehobene Selektionen, die im großen Holz oder Barrique reifen. Der Spätburgunder wird eher elegant als extraktschwer interpretiert, mit reifer Frucht, feinem Tannin und moderater Holznote.

Ein eigenes Kapitel ist der Sekt: Als Pionier der traditionellen Flaschengärung in Baden pflegt Julius Zotz bis heute ein breites Schaumweinprogramm, vom Gutedel-Sekt bis zu länger gereiften Brut-Nature-Cuvées. Ergänzt wird das Sortiment durch Rosé, edelsüße Weine, alkoholfreie Alternativen und Brände. In den Weinbergen orientiert sich der Betrieb an den Richtlinien des umweltschonenden Weinbaus mit dem Ziel, lebendige Böden über Generationen zu erhalten.

Bekannte Lagen & Weine

Zwei Lagen bilden das Rückgrat des Sortiments:

  • Heitersheimer Maltesergarten – die Hauslage direkt am Gut, auf Löss über Kalk; Herkunft vieler Gutedel- und Burgunderweine
  • Badenweiler Römerberg – terrassierte Hänge auf Kalkstein, die dem Gutedel besonders viel Spannung und Mineralität geben

Rund um diese Herkünfte staffelt sich ein ungewöhnlich breites Programm von etwa fünfzig Stillweinen: Gutedel in mehreren Ausbaustufen, Weiß- und Grauburgunder, Chardonnay, Spätburgunder und Rosé sowie die Sektlinie mit der Cuvée 1865, die an das Gründungsjahr erinnert.

Auszeichnungen

Die internationale Bühne des Gutedels ist der Gutedel-Cup in Badenweiler – und dort gehört Julius Zotz zu den regelmäßigen Siegern: 2019 wurde der Römerberg Gutedel trocken zum besten Gutedel der Welt gekürt, weitere Jahrgänge folgten mit Spitzenplatzierungen und Goldmedaillen für Maltesergarten und Römerberg. Beim Mondial du Chasselas im schweizerischen Aigle, dem größten internationalen Wettbewerb für die Sorte, setzte sich ein Wein des Guts als bestbewerteter Beitrag des gesamten Feldes durch.

Im Gault&Millau ist das Weingut mit vier schwarzen Trauben eingestuft; einzelne Weine, darunter der Brut Nature 1865, erreichten Bewertungen um 91 Punkte. Zusammen mit den konstanten Erfolgen bei badischen Landesprämierungen zeichnet das ein klares Bild: Julius Zotz ist die Adresse, an der sich messen lassen muss, wer Gutedel ernst nimmt.

Häufige Fragen

Wofür ist das Weingut Julius Zotz bekannt?

Julius Zotz steht für den Gutedel des Markgräflerlands – die regionale Leitrebsorte, die hier vom leichten Alltagswein bis zum konzentrierten Lagenwein in vielen Facetten ausgebaut wird. Dazu kommen Weiß-, Grau- und Spätburgunder sowie ein umfangreiches Sektprogramm nach traditioneller Flaschengärung.

Wo liegt das Weingut Julius Zotz?

Das Gut hat seinen Sitz in Heitersheim im Markgräflerland, dem südlichsten Teil des Anbaugebiets Baden – zwischen Freiburg und Basel, am Fuß des Schwarzwalds und mit Blick auf die Vogesen. Die Kernlagen liegen in Heitersheim und in Badenweiler.

Was ist Gutedel und warum spielt er hier so eine große Rolle?

Gutedel – international als Chasselas bekannt – ist die Signaturrebe des Markgräflerlands und wird kaum irgendwo sonst in Deutschland in nennenswertem Umfang angebaut. Er ergibt zarte, säurearme, unaufdringliche Weißweine mit feiner Frucht. Bei Julius Zotz reicht das Spektrum vom leichten Literwein bis zu ambitionierten Lagen- und Barriqueweinen.

Ist Julius Zotz ein VDP-Weingut?

Nein. Das Gut ist kein VDP-Mitglied, sondern arbeitet innerhalb des deutschen Qualitäts- und Prädikatsweinsystems für das Anbaugebiet Baden und wirtschaftet nach den Richtlinien des umweltschonenden Weinbaus in Baden-Württemberg. Für die Qualität sprechen stattdessen konstante Erfolge bei Verkostungen wie dem Gutedel-Cup.

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