Zusammenfassung
Das Weingut Aldinger in Fellbach bei Stuttgart zählt zu den Spitzenweingütern Württembergs und ist zugleich das älteste Weingut der Stadt. Auf rund 25 Hektar keltert die Familie Aldinger überwiegend trockene Weine aus Riesling, Lemberger und Spätburgunder. Was das Gut in Württemberg unverwechselbar macht, ist seine Handschrift: eine bewusst frankophile, elegante Stilistik, die auf Finesse, Struktur und Reifefähigkeit setzt statt auf Wucht. Geführt wird der Familienbetrieb heute in 16. Generation von den Brüdern Hansjörg und Matthias Aldinger, die das Erbe ihres Vaters Gert Aldinger konsequent weiterentwickeln.
Geschichte
Die Wurzeln des Guts reichen bis ins Jahr 1492 zurück, als ein „Bentz der Aldinger" erstmals in Fellbach urkundlich fassbar wird. Seither ist die Familie Aldinger hier mit dem Weinbau verbunden – das macht Aldinger zum ältesten Weingut Fellbachs und zu einem der traditionsreichsten Betriebe Württembergs.
Über Jahrhunderte wuchs das Gut als klassischer Familienbetrieb. Den entscheidenden Schritt zur heutigen Spitze legte Gert Aldinger in den vergangenen Jahrzehnten: Er richtete das Gut konsequent auf Qualität und trockene Weine aus und führte es 1994 in den VDP. Heute steht mit den Brüdern Hansjörg und Matthias Aldinger bereits die 16. Generation in der Verantwortung. Die beiden teilen sich die Arbeit klar auf – Hansjörg prägt die Weinberge, Matthias den Keller – und haben den frankophilen, eleganten Stil des Hauses weiter geschärft.
Lage & Terroir
Aldinger liegt in Fellbach am Fuße des Kappelbergs, unmittelbar vor den Toren Stuttgarts im Herzen von Württemberg. Das Klima im Neckartal ist mild und vergleichsweise warm; die geschützten Hanglagen rund um Fellbach, Untertürkheim, Stetten und Uhlbach bieten den Reben gute Bedingungen für langsame, gleichmäßige Reife.
Entscheidend ist die Vielfalt der Böden. Rund um Fellbach und in den Neckarlagen prägen vor allem Keuper- und Gipsböden das Bild, dazu kommen Mergel und Kalk. Diese kleinräumige geologische Vielfalt gibt den Weinen ihre Herkunftsprägung: Der Untertürkheimer Gips – eine Monopollage von rund 9,6 Hektar – bringt straffe, mineralische Weine hervor, während andere Lagen füllige, elegante Rieslinge und tiefgründige Rotweine ermöglichen.
Stil & Philosophie
Die stilistische Grundidee Aldingers ist ungewöhnlich für Württemberg, das traditionell für kräftige, oft süß angehauchte Rotweine steht: Das Gut verfolgt eine bewusst frankophile Linie. Die Weine sind überwiegend trocken, setzen auf Eleganz, klare Struktur und feine Aromatik statt auf reine Kraft. Rieslinge zeigen sich präzise und mineralisch, die Rotweine aus Lemberger und Spätburgunder werden burgundisch gedacht – mit Feingliedrigkeit, Frische und Reifepotenzial.
Ergänzt wird das Sortiment durch Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc, die die frankophile Handschrift des Hauses unterstreichen, sowie durch den regionaltypischen Trollinger. Über allem steht eine klare Herkunftsphilosophie: Jede Lage soll ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter zeigen.
Bekannte Lagen & Weine
Das Sortiment ist klar gestaffelt: vom zugänglichen VDP.Gutswein über Orts- und Lagenweine bis zum VDP.Großen Gewächs aus den besten Parzellen. Zu den wichtigsten Lagen des Guts zählen:
- Untertürkheimer Gips – Monopollage von rund 9,6 Hektar, Ursprung straffer, mineralischer Weine
- Fellbacher Lämmler – die klassische Spitzenlage direkt am Kappelberg
- Stettener Pulvermächer – für kraftvolle, tiefgründige Weine
- Uhlbacher Götzenberg – für elegante, feingliedrige Gewächse
Aus diesen Lagen entstehen einige der höchstbewerteten trockenen Weine Württembergs – von Riesling über Lemberger bis Spätburgunder.
Auszeichnungen
Aldinger sammelt seit Jahren konstant Bestnoten in den führenden Weinführern und Verkostungen. Der Gault&Millau kürte das Gut 2004 zum „Aufsteiger des Jahres", der Eichelmann führt es mit fünf Sternen, und 2022 gewann Aldinger die Falstaff Spätburgunder Trophy. Damit gilt das Gut heute unbestritten als eines der Aushängeschilder Württembergs – und als Beweis dafür, dass die Region auch elegante, frankophile Spitzenweine hervorbringen kann.
