Aligoté
Aligoté ist die spritzige Weißweinrebsorte aus dem Burgund. Entdecke Geschmack, typische Aromen und perfekte Food Pairings für diesen erfrischenden Wein.
- Säure
- sehr hohe Säure
- Süße
- trocken
- Körper
- leichter Körper
- Tannine
- keine Tannine
- Alkohol
- 11-12.5 % Alk.
Typische Aromen
Zitrus
Grüner Apfel
Zitrone
white peach
Blumig
Aligoté Charakteristik: sehr hohe Säure, trocken,leichter Körper, keine Tannine, Alkoholgehalt 11-12.5%. Typische Aromen: citrus, green-apple, lemon, white-peach, floral-notes.
Einleitung
Aligoté ist die unterschätzte kleine Schwester des Chardonnay aus dem Burgund – und genau das macht sie so charmant. Während Chardonnay die internationale Bühne erobert hat, bleibt Aligoté dem Burgund treu und begeistert Weinliebhaber mit ihrer spritzigen Frische und lebendigen Säure. Diese weiße Rebsorte ist perfekt für alle, die unkomplizierte, erfrischende Weißweine lieben, die nicht nur den Gaumen erfreuen, sondern auch den Geldbeutel schonen.
Auf einen Blick
- Herkunft: Burgund, Frankreich – hier ist Aligoté zu Hause
- Geschmacksprofil: Knackig-frisch mit hoher Säure, leichter Körper, zitrusfruchtig
- Alkoholgehalt: Moderat bei 11-12,5 Vol.%
- Klassischer Stil: Bourgogne Aligoté AOC – jung und pur genießen
- Berühmteste Verwendung: Basis für den Kir-Cocktail mit schwarzem Johannisbeerlikör
- Trinkreife: Meist innerhalb von 1-3 Jahren, Ausnahmen bis 5 Jahre
Geschmacksprofil & Charakteristik
Aligoté präsentiert sich als lebendiger, unkomplizierter Weißwein mit einer charakteristischen, erfrischenden Säure, die sofort auf der Zunge tanzt. Im Glas zeigt sich ein helles, leuchtendes Strohgelb, manchmal mit grünlichen Reflexen – ein visuelles Versprechen der Frische, die gleich folgt.
Am Gaumen ist Aligoté schlank und elegant, mit einem leichten bis mittleren Körper, der nie schwer oder aufdringlich wirkt. Die markante Säure ist das Rückgrat dieser Rebsorte und macht sie zum perfekten Durstlöscher und Essensbegleiter. Im Gegensatz zum cremigeren, vollmundigeren Chardonnay bleibt Aligoté straff und geradlinig.
Je nach Terroir und Ausbau können sich unterschiedliche Facetten zeigen: Weine aus kühleren Lagen und kalkhaltigen Böden betonen die mineralische Seite mit steinigen Noten und zitroniger Präzision. Wärmere Standorte bringen etwas mehr Frucht und einen Hauch mehr Körper ins Spiel, wobei auch hier die Frische dominiert.
Während die meisten Aligoté-Weine jung und frisch getrunken werden sollten, können hochwertige Beispiele – besonders aus dem berühmten Dorf Bouzeron – durchaus drei bis fünf Jahre reifen und entwickeln dann eine gewisse Honignote und cremigere Textur, ohne ihre charakteristische Lebendigkeit zu verlieren.
Herkunft & Geschichte
Aligoté ist eine traditionelle burgundische Rebsorte, deren Wurzeln tief in der französischen Weingeschichte verankert sind. DNA-Analysen haben gezeigt, dass Aligoté wie ihr berühmterer Verwandter Chardonnay aus einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc entstanden ist – zwei Rebsorten, die im mittelalterlichen Burgund weit verbreitet waren.
Über Jahrhunderte war Aligoté im Burgund deutlich wichtiger als heute und wurde auf größeren Flächen angebaut. Im 19. Jahrhundert bedeckte sie erhebliche Rebflächen, wurde dann aber nach und nach vom prestigeträchtigeren Chardonnay verdrängt. Die Winzer reservierten die besten Lagen für Chardonnay, während Aligoté oft auf die weniger bevorzugten, kühleren oder lehmigeren Parzellen verbannt wurde.
Heute ist Aligoté hauptsächlich im Burgund zu finden, mit etwa 1.800 Hektar Rebfläche – ein Bruchteil der Chardonnay-Flächen. Das Dorf Bouzeron in der Côte Chalonnaise erhielt 1998 sogar eine eigene Appellation (Bouzeron AOC), die ausschließlich für Aligoté reserviert ist – eine Anerkennung der besonderen Qualität, die diese Rebsorte hier erreichen kann.
Außerhalb Frankreichs findest du Aligoté vor allem in Osteuropa, besonders in Russland, der Ukraine, Rumänien und Bulgarien, wo sie während der Sowjetzeit verbreitet wurde. Auch in Kalifornien gibt es kleine Bestände.
Anbau & Terroir
Aligoté ist eine früh austreibende Rebsorte, was sie anfällig für Spätfröste macht – eine ständige Sorge für Winzer im kontinentalen Klima des Burgunds. Sie reift früher als Chardonnay, was in kühleren Lagen von Vorteil ist, und bevorzugt Standorte, die für die anspruchsvollere Rebsorte oft zu frisch wären.
Die Rebsorte gedeiht am besten auf kalkhaltigen Böden, wie sie im Burgund typisch sind. Während Chardonnay die sonnenverwöhnten Kalksteinhänge der Côte d'Or für sich beansprucht, findet Aligoté auf den lehmigeren, kühleren Böden der Hochebenen und Hangfußlagen ihre Heimat. Diese vermeintlich schlechteren Lagen bringen tatsächlich die Stärken von Aligoté zur Geltung: Die kühleren Bedingungen bewahren die prägende Säure, während der Lehm etwas mehr Körper verleiht.
Wichtige Anbauregionen:
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Burgund, Frankreich – Das Herzland der Rebsorte mit den qualitativ hochwertigsten Weinen. Besonders hervorzuheben ist Bouzeron in der Côte Chalonnaise, wo Winzer wie A. et P. de Villaine (Co-Direktor der Domaine de la Romanée-Conti) beweisen, welches Potenzial in Aligoté steckt. Auch in der Côte d'Or und im Mâconnais findet man gute Beispiele.
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Osteuropa – Russland, Ukraine, Bulgarien und Rumänien haben bedeutende Aligoté-Flächen, oft mit einem fruchtbetonteren, weniger mineralischen Stil.
Weinstile & Varianten
Der klassische Aligoté-Stil ist unkompliziert und frisch: im Edelstahltank ausgebaut, um die lebendige Frucht und knackige Säure zu bewahren. Diese Weine kommen meist als Bourgogne Aligoté AOC auf den Markt und sind für den unmittelbaren Genuss gemacht. Sie sind die perfekte Antwort auf die Frage: "Was trinken wir heute zum Aperitif?"
Ambitioniertere Winzer, besonders in Bouzeron, experimentieren mit anspruchsvolleren Ausbaumethoden: Vergärung im Eichenholz, Ausbau auf der Feinhefe (sur lie) und biologischer Säureabbau. Diese Weine zeigen mehr Komplexität, eine cremigere Textur und etwas mehr Gewicht, ohne dabei den charakteristischen Aligoté-Stil zu verlieren. Sie können durchaus mit einfacheren Chardonnays mithalten – zu einem Bruchteil des Preises.
Kir – der klassische Cocktail: Aligoté hat eine besondere kulturelle Bedeutung als Basis für den Kir, den berühmten Aperitif aus Weißwein und Crème de Cassis (schwarzer Johannisbeerlikör). Benannt nach dem burgundischen Bürgermeister Félix Kir, ist dieser Cocktail in Frankreich so populär, dass er die Aligoté-Produktion über Jahre gestützt hat.
Crémant de Bourgogne: Ein Teil der Aligoté-Ernte fließt in die Produktion von Crémant de Bourgogne, dem burgundischen Schaumwein. Hier bringt Aligoté Frische und Lebendigkeit in die Cuvée, oft in Kombination mit Chardonnay und Pinot Noir.
Als Cuvée-Partner tritt Aligoté meist zurück – in ihrer Heimat Burgund steht sie normalerweise solo im Rampenlicht, auch wenn sie gelegentlich in Schaumweincuvées zur Geltung kommt.
Typische Aromen
Primäraromen (aus der Traube):
Zitrusfrüchte dominieren das Aromaprofil: Frische Zitrone und Limette geben den Ton an, oft begleitet von etwas Grapefruit. Diese Zitrusfrische ist das Erkennungsmerkmal von Aligoté und macht sie so erfrischend.
Grüner Apfel und manchmal auch weißer Pfirsich bringen eine dezente Fruchtigkeit ins Spiel, ohne dass der Wein jemals zu opulent wirkt. In kühleren Jahren kann die Apfelnote fast an unreife, knackige Äpfel erinnern – was perfekt zur lebendigen Säure passt.
Zarte florale Noten wie Akazienblüten oder weiße Blüten verleihen dem Wein Eleganz und Duft, besonders bei Weinen aus erstklassigen Lagen.
Mineralische Noten von nassem Stein oder Kreide kommen besonders auf kalkhaltigen Böden zur Geltung und geben dem Wein eine zusätzliche Dimension.
In wärmeren Regionen oder reifen Jahren können auch subtile Kräuternoten und eine leichte Würze auftreten.
Sekundäraromen (durch Weinbereitung):
Bei einfachen, im Edelstahl ausgebauten Weinen spielen Sekundäraromen kaum eine Rolle – hier steht die pure Frucht im Vordergrund.
Bei hochwertigeren, im Holz ausgebauten Aligoté können Brioche und Butter-Noten entstehen, die dem Wein eine cremigere, komplexere Struktur verleihen. Der Ausbau auf der Hefe (sur lie) bringt eine hefige, brotteig-ähnliche Textur, die schön mit der Säure harmoniert.
Tertiäraromen (durch Reifung):
Aligoté ist grundsätzlich kein Lagerwein. Die große Mehrheit sollte innerhalb von ein bis drei Jahren getrunken werden, um die frische Frucht und lebendige Säure zu genießen.
Hochwertige Aligoté aus exzellenten Jahrgängen und von erstklassigen Produzenten in Bouzeron können jedoch drei bis fünf Jahre reifen. Mit der Zeit entwickeln sie Honig-Töne, etwas Bienenwachs und eine rundere, cremigere Textur. Die Säure bleibt erhalten, integriert sich aber besser, und der Wein gewinnt an Komplexität. Trotzdem solltest du auch diese Weine nicht ewig lagern – Aligoté ist und bleibt eine Rebsorte, die Frische über Reife stellt.
Food Pairing
Perfekte Kombinationen:
Austern und Meeresfrüchte: Die hohe Säure und mineralische Frische von Aligoté sind wie geschaffen für rohe Austern, Miesmuscheln oder Garnelen. Der Wein schneidet durch die salzige Meeresbrise und harmoniert perfekt mit dem jodhaltigen Aroma. Ein klassisches Match für alle Liebhaber von Fruits de Mer.
Ziegenkäse und Salate: Die säurebetonte Struktur macht Aligoté zum idealen Partner für junge, frische Ziegenkäsesorten wie Crottin de Chavignol oder Chèvre frais. Auch zu grünen Salaten mit Zitronendressing oder einem Nizzasalat ist der Wein perfekt – die Säure im Wein ergänzt das säuerliche Dressing, statt damit zu konkurrieren.
Fischterrine und Quiche: Klassische französische Bistro-Gerichte wie Fischterrine, Quiche Lorraine oder eine Tarte mit Ziegenkäse und Tomaten sind traditionelle Begleiter zu Aligoté. Der leichte Körper wird nicht von reichhaltigen Speisen überlagert, und die Frische reinigt den Gaumen zwischen den Bissen.
Kir zum Aperitif: Natürlich darf der Klassiker nicht fehlen – ein Aligoté mit einem Schuss Crème de Cassis ist der perfekte Aperitif. Die Säure des Weins balanciert die Süße des Likörs, und zusammen ergeben sie einen erfrischenden, geselligen Start in den Abend.
Die Faustregel bei Aligoté: Je frischer und leichter das Gericht, desto besser die Harmonie. Schwere Sahnesaucen oder stark gewürzte Speisen überfordern die zarte Struktur dieses Weins.
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